Historique

Geschichte der Gemeinde Feulen

Als im Jahr 963 Feulen ("Viulna") in den Blick der Luxemburger Landesgeschichte trat, indem der Ardennergraf Siegfried seine Feulener Güter gegen den Bockfelsen zu Luxemburg mit der Abtei St.Maximin bei Trier tauschte und dadurch der Grundstein zur Stadt Luxemburg legte, war Feulen seit langer Zeit intensiv besiedelt. Auf den Anhöhen um das Tal der Wark (Überschwemmungsgebiet) hatten Steinzeitleute eine Station zur Herstellung von Geräten und Waffen auf dem "Bucheknapp", wonach dann die Kelten bereits Höfe errichteten und Landwirtschaft betrieben, wovon zahlreiche Grabstätten und Grabhügel Zeugnis ablegen. Auf die Kelten folgten die Römer, auf deren Anwesenheit unzählige Trümmerstellen hinweisen, darunter sogar solche mit Hypokausten/Heizungsanlagen !

 Bei der fränkischen Landnahme kam Feulen zum fränkischen Krongut, bis 893 König Arnulf dem Kloster St.Maximin mehrere Orte und Güter schenkte, darunter Feulen ("Fulina"). Denn inzwischen waren die Einzelhöfe auf den Anhöhen durch kleine Ortschaften an den Nebenbächen der Wark entstanden: Niederfeulen an der Feul, Oberfeulen an dem Michelbach. Die Mönche errichteten zwischen die Dörfer auf eine Anhöhe und an einen römischen Verbindungsweg eine Pfarrkirche kurz nach 963, um das Jahr 1000. Auf diese erste Kirche folgten zwei oder drei andere, bis 1725 die jetzige Pfarrkirche aus den Fundamenten heraus neu errichtet wurde.

Die Abtei St.Maximin behielt den Hof Feulen bis ins 14. Jahrhundert. Doch inzwischen waren zwei mächtige Rittergeschlechter in der Nachbarschaft entstanden: Bourscheid und Esch/Sauer. Feulen gelangte unter die Hochgerichtsbarkeit von Esch. Die Untertanen waren aber den beiden Herren dienstt-und schaftpflichtig. Ausserdem gab es bereits 1294 ein Geschlecht "von Feulen", dessen adliges Haus, ein unbefestigtes Haus zwar,an der Stelle der jetzigen Feuerwehrschule bei der Mühle sich befand. Zu dem Hause Feulen gehörten auch Bourscheider Güter, möglicherweise das Heiratsgut einer Tochter aus dem Hause Bourscheid, die kurz vor 1294 Hue von Feulen heiratete. Daher übernahmen die "von Feulen" (Hue, Johann, Wilhelm und Heinrich) das Wappenzeichen derer von Bourscheid: drei Seerosen, gesetzt 2:1, das sie mit der Brisüre, einem laufenden Windhund, brachen. Dieses Wappen wurde daher vor einigen Jahren zum Gemeindewappen von Feulen, da das Geschlecht derer von Feulen um 1400 im Mannesstamm ausstarb, wodurch die Güter zum Teil auch wieder an Bourscheid zurückkehrten.

 Mangels Industrie entwickelte sich die Bevölkerung kaum. In Niederfeulen gab es 1611 30 Haushalte, 1635 35, dann nach den Kriegs-und Pestjahren 1656 nur noch 13. In Oberfeulen 14, 23 und 9. Erst 1766 war die Zahl der Haushalte wieder höher als 1611: 40 in Niederfeulen und 26 in Oberfeulen.

 Bis zum Ende des "Ancien Régime" 1795 lebten die Einwohner von Feulen von der Landwirtschaft und von den Gemeindewäldern. Diese wurden um 1750 abgeholzt und durch Lohhecken ersetzt, da sie teilweise nach Holland als Schiffsholz geflößt wurden, teils aber zu Holzkohlen verkohlt, den Schmittenherren der Nachbarschaft verkauft wurden. Brandstellen von Kohlenmeilern, über den ganzen Bann verstreut, sind leicht zu erkennen.

 Während der Belagerung der Festung Luxemburg (September 1794-6.Juni 1795) durch französische Truppen, kam es am 16.Dezember 1794 und an den folgenden Tagen zu einem Scharmützel “auf Kochert” und “auf dem Bucheknapp” zwischen fouragierenden französischen Truppen und Einwohnern der Gegend, die sich den Soldaten widersetzen wollten, wobei 6 Einwohner den Tod fanden. Die Annexion des Herzogtums Luxemburg durch Frankreich erbrachte das Ende der Feudalzeit und deren grundherrschaftlicher und kirchlicher Einteilung. Für die Verwaltung der Ortschaften wurden “agences” eingerichtet. Feulen bildete mit Mertzig eine "agence". Doch bereits am 1.Dezember 1800 wurden unter Bonaparte die "mairies" eingerichtet, mit einem "maire" an der Spitze. Erster "maire" von Feulen war Mathias Link von Niederfeulen.

 Zu den napoleonischen Kriegen wurden 119 junge Männer aus Feulen-Mertzig zur Armee eingezogen. Viele kehrten nicht zurück. Im Jahre 1857 gab es nur noch 8 Überlebende "anciens combattants".

 Nach 1815, unter holländischer Verwaltung (Luxemburg war dem holländischen König zugesprochen worden), wurde die Amtssprache wieder deutsch, dann von 1830 bis 1839 unter belgischer Verwaltung ergab sich keine Besserstellung der Bevölkerung. Daher wurde die Zahl der Auswanderer ziemlich hoch. Erst allmählich, unter selbständiger Luxemburger Verwaltung, erreichten etliche Einwohner einen bescheidenen Wohlstand. Landesweit war Feulen während Jahrzehnten durch seine Lohhecken bekannt, die fast den gesamten Raum der landwirtschaftlich benutzten Fläche einnahmen. Das Lohschäler-Handwerk charakterisierte das wirtschaftliche Leben das ganze 19.Jahrhundert hindurch bis ins zwanzigste Jahrhundert hinein. Es entstanden Lohmühlen und Gerbereien. Der “Hennesbau”, im Jahre 1827 errichtet, heute Kulturzentrum der Gemeinde, ist ein echter Zeuge dieser Zeit.

 Im Interesse der Landwirtschaft wurden die Lohhecken jedoch nach und nach ausgerodet. Die ersten Maschinen wie Mähmaschinen, Wendepflüge, Rechen usw. ermöglichten eine bessere Verarbeitung des Bodens. Die Bauern gründeten Lokalvereine, Molkereien und Wegesyndikate.

 In der Zeit nach dem 1.Weltkrieg begann ein aussergewöhnlicher Aufschwung der Brennereien, besonders in Oberfeulen, während die Gerbereien nach und nach ihren Betrieb einstellten.

 Der 2.Weltkrieg brachte großes Leid über die Gemeinde. Zahlreiche junge Frauen und Männer wurden in den Arbeitsdienst oder in die Wehrmacht einberufen. Zahlreiche Familien mussten unfreiwillig ihrer Heimat verlassen. Nach einer mehr als vierjährigen Naziherrschaft wurde Feulen am 22.Dezember 1944 vom 1.Bataillon des 319. Regimentes der amerikanischen Armee unter Lt.Colonel Hiram Dudley Ives - Ehrenbürger der Gemeinde - befreit. Viele Luxemburger, unter ihnen 17 junge Männer aus Feulen, kehrten nicht mehr heim. Ihnen wurde 1951 ein Denkmal in der Nähe der Pfarrkirche und des Friedhofes errichtet.

 Die Ardennen-Offensive 1944-45 hatte die Gemeinde Feulen schwer heimgesucht. Die Nachkriegsjahre waren durch den Wiederaufbau gekennzeichnet. Anfang der fünfziger Jahre suchten Tagelöhner und Kleinbauern Arbeit in der benachbarten amerikanischen Reifenfabrik und betrieben die Landwirtschaft nur noch nebenberuflich.

 Bedingt durch die Lage der Gemeinde in unmittelbarer Nähe der Industriegebiete und der Geschäftswelt der angrenzenden Nachbargemeinden ist die Nachfrage nach Baugelände groß. Ab den sechziger Jahren entwickelte sich die Gemeinde von einer Agrargemeinde zur “Schlafgemeinde”. Die Bevölkerung wächst ständig : 723 Einwohner im Jahre 1970, 1003 im Jahre 1980, 1169 im Jahre 1991, 1376 im Jahre 2001, 1505 im Jahre 2005.

Heute zählt die Gemeinde Feulen 1635 Einwohner, davon 28,80 % Ausländer verteilt auf 29 verschiedene Nationalitäten. 68 % der Bervölkerung sind weniger als 50 Jahre alt.

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